Ich weiß gerade selbst nicht genau, wo ich anfangen soll. Der Jahreswechsel fühlt sich unreal an, überfordernd und schwer greifbar. Das Ende des letzten Jahres war bereits nicht einfach. Mein letzter Beitrag hat euch einen kleinen Einblick gegeben nur kurz bevor der nächste Einschnitt folgte. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich bin frontal durch eine massive Schwindelattacke gestürzt und nicht mehr selbstständig hochgekommen. Der Notarzt kam, ich wurde ins Krankenhaus gebracht. Was sich zunächst wie ein Herz- oder Kreislaufproblem anfühlte, entpuppte sich als etwas Neues, Dauerhaftes: Morbus Menière.
Nach Jahren des Kampfes mit Lupus, der seit Ende 2024 endlich etwas zur Ruhe gekommen war, folgte die Migräne, die mich über lange Zeit wöchentlich außer Gefecht gesetzt hat. Auch hier habe ich nach vielen Anpassungen einen Umgang gefunden, der für mich tragbar ist. Doch Entwarnung wäre zu früh gewesen. Nun ist es mein Innenohr.
Morbus Menière ist eine chronische, nicht heilbare Erkrankung des Innenohrs. Durch eine Fehlregulation der Flüssigkeit steigt der Druck im Hör- und Gleichgewichtsorgan. Die Folgen sind anfallsartiger Drehschwindel, Ohrdruck, Tinnitus und Hörverlust. Medikamentös lässt sich die Ursache nicht beheben.
Die Auslöser der Anfälle sind vielfältig. Wie so oft spielt Stress eine zentrale Rolle. Damit stand ich plötzlich nicht nur vor der Angst um mein Hörvermögen, sondern auch vor Fragen nach Selbstständigkeit, Belastbarkeit und der weiteren Lebensgestaltung. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem eigentlich Erholung vorgesehen war.
Und natürlich betrifft das auch mein Herzensprojekt LupusDiary. Bisher sah mein Alltag so aus: Vollzeit-Arbeit, Haushalt, Hunde, Erkrankungen und anschließend LupusDiary. Zeichnen, recherchieren, schreiben. Dann schlafen. Tag für Tag. Am Wochenende ein freigehaltener Tag, der selten wirklich frei blieb. So konnte ich weiterhin im Zwei-Tage-Takt hochwertigen Content liefern. Nebenbei schreibe ich zudem an meinem ersten Buch.
All das mache ich mit Leidenschaft. Aber auch positiver Stress bleibt Stress. Und gerade jetzt muss ich mich ehrlich fragen, was realistisch leistbar ist. Schon das Schreiben dieses Textes ist anstrengend: sitzen, konzentrieren, tippen, Bildschirmlicht, Hintergrundgeräusche. Eine Reizüberflutung.
Ich weiß aktuell noch nicht, wie es konkret weitergeht. Vielleicht wird es zeitweise mehr Video-Beiträge geben, in denen ich meinen Alltag und meine Gedanken teile. Vielleicht ein langsamerer Rhythmus. Vielleicht mehr persönliche Inhalte und weniger rein Fachliches. Nicht, weil sich mein Anspruch geändert hat, sondern weil LupusDiary für mich immer auch Bewältigung war.
Deshalb möchte ich euch einbeziehen:
Interessieren euch Video-Beiträge mit Alltagsgedanken? Bewältigungsstrategien? Medizinisches Wissen, das ich neu lerne und weitergebe? Oder seid ihr lieber stille Leserinnen und Leser und verzichtet gern auf mein Gesicht?
Eines kann ich sagen: Es ist eine neue Herausforderung! Aber keine, die mich dauerhaft zu Boden zwingt. Ihr werdet mich nicht verzweifelt sehen, sondern wie immer aufstehend, anpassend, weitermachend. LupusDiary wird bleiben. Vielleicht anders, vielleicht ruhiger, aber passend zu meinem Leben.
Ich hoffe, ihr begleitet mich auch durch diesen Abschnitt.
Denn egal wie sorgfältig man plant: Das Leben hält sich selten daran.
Teilt gern eure Gedanken:
Wie ist euer neues Jahr gestartet? Ruhig oder turbulent?
Was wünscht ihr euch aktuell von LupusDiary?
