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Enpatoran (TLR7/8-Inhibitor) bei Lupus

Enpatoran rückt als neuer oraler Ansatz gegen Lupus in den Fokus. Der Wirkstoff blockiert gezielt die TLR7/8-Signalwege – also jene endosomalen Frühwarnsensoren des Immunsystems, die bei Lupus die Typ-I-Interferon-Antwort antreiben. Damit greift er sehr früh an einem zentralen Mechanismus der Erkrankung ein. In der Phase-II-Studie WILLOW zeigte Enpatoran klinisch relevante Verbesserungen, insbesondere bei kutanen Manifestationen.
Merck präsentierte auf dem LUPUS-Kongress 2025 und dem EULAR 2025, dass Enpatoran bei kutanem Lupus und bei SLE mit aktivem Hautausschlag die Krankheitsaktivität deutlicher senkte als Placebo.
Die Ergebnisse stammen aus einer globalen, multizentrischen Phase-II-Studie, in der Enpatoran über 24 Wochen zusätzlich zur Standardtherapie in drei oralen Dosierungen getestet wurde. In der kutanen Lupus-Kohorte wurden klare Verbesserungen der Hautbefunde erreicht. In der SLE-Kohorte zeigten sich ebenfalls positive Wirksamkeitssignale, auch wenn nicht alle geplanten Endpunkte in der Gesamtpopulation bestätigt wurden. Insgesamt wurde Enpatoran gut vertragen. Eine Zulassung besteht derzeit nicht.

Anifrolumab im Vergleich zu Benlysta: Neue Sicherheitsdaten im Überblick

Saphnelo (Anifrolumab) steht derzeit stärker im Fokus, weil neue Sicherheitsauswertungen aus der FAERS-Datenbank veröffentlicht wurden. Die FAERS-Datenbank (FDA Adverse Event Reporting System) ist ein US-amerikanisches Meldesystem, in dem Nebenwirkungen und Verdachtsfälle nach Arzneimittelanwendung gesammelt und ausgewertet werden.

Mehrere Forschungsgruppen haben diese Meldungen analysiert und Hinweise gefunden, dass unter Anifrolumab Herpes zoster (Gürtelrose), Kopfschmerzen und Hautreaktionen häufiger gemeldet wurden als unter Belimumab. (Einem anderen Lupus-Medikament aus derselben Wirkstoffklasse.) In einer Auswertung wurde zudem ein Signal für eine Perikarditis beobachtet.

Eine größere Analyse aus 2025 bestätigte ein deutlich erhöhtes Melderisiko für Herpes zoster und ein moderates Risiko für Perikarditis. Benlysta (Belimumab) war dagegen häufiger mit Grippe-Meldungen verknüpft. Diese Beobachtungen passen teilweise zu den Studiendaten, in denen Herpes zoster unter Anifrolumab tatsächlich öfter auftrat. Fachleute betonen jedoch, dass Spontanmeldungen allein keine Ursache beweisen und oft unvollständig sind.

Die Ergebnisse gelten daher als erste Hinweise, die durch Registerdaten und weitere Studien bestätigt werden müssen. Insgesamt zeigt sich, dass Infektionen, vor allem durch das Varizella-Zoster-Virus, ein wichtiger Sicherheitsaspekt bei IFN-blockierenden Therapien sind. In der Praxis bedeutet das: Impfschutz prüfen, Infektionen eng überwachen und den Nutzen von Saphnelo im Vergleich zu Alternativen sorgfältig abwägen.


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https://bmcrheumatol.biomedcentral.com/articles/10.1186/s41927-025-00545-4

Medikamenteninduzierter Herpes Zoster: eine pharmakovigilanz-Analyse von FDA-Berichten zu Nebenwirkungen von 2004 bis 2024 – PubMed

Vergleich von unerwünschten Ereignissen von Saphnelo und Benlysta: Eine reale Beobachtungsstudie basierend auf dem FDA-Meldesystem für unerwünschte Ereignisse (FAERS) nach STROBE-Richtlinien – PubMed

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