Empathie ist in der Therapie ist wichtig. Sie bedeutet, den Menschen hinter seinen Beschwerden zu sehen und verstehen, dass sich Erkrankungen nicht immer so zeigen, wie sie von außen wirken.

Genau darum ging es in meinem Vortrag „Empathische Therapie“, den ich zum ersten Mal in einer Praxis für Ergotherapie halten durfte.
Dabei konnte ich eine andere Perspektive beleuchten. Nicht als Therapeutin oder medizinische Fachkraft, sondern als chronisch erkrankte Patientin.

Wir gingen nicht nur die größten Symptomatiken bei einigen Autoimmunerkrankungen durch beispielsweise Brain Fog, Fatigue, Raynaud Syndrom. Sondern auch durch die Gedanken eines Patienten, gemischt mit meinen persönlichen Erfahrungen.

Gemeinsam haben wir uns damit beschäftigt, was eine Behandlung aus Patientensicht zu einer guten Behandlung macht. Welche Rolle spielen Kommunikation, Vertrauen und das Gefühl, ernst genommen zu werden? Was passiert, wenn Symptome unsichtbar sind, die eigene Belastbarkeit von Tag zu Tag schwankt oder selbst alltägliche Tätigkeiten plötzlich viel mehr Kraft kosten als gewöhnlich?

Mit Hilfe von kleinen Gedankenexperimenten und praktische Beispiele konnten die Teilnehmenden sich selbst ein Stück weit in diese Situationen hineinzuversetzen. Themen wie Fatigue, Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit oder begrenzte Energiereserven wurden dadurch möglichst greifbar gemacht.

Mein Ziel war und ist es Fachwissen und Patientenerfahrungen nicht als Gegensätze zu betrachten, sondern miteinander zu verknüpfen. Am Ende waren wir alle nicht nur um ein paar Erfahrungen reicher, sondern hatten auch den (fast) perfekten Therapieraum gemeinsam aufgebaut.

Danke für das Vertrauen und den offenen Austausch.

Das Konzept ist nicht ausschließlich auf die Ergotherapie beschränkt. Auch in der Physiotherapie und anderen therapeutischen Bereichen kann der Perspektivwechsel wertvolle Impulse geben. Selbst im psychotherapeutischen Bereich kann die Sicht einer Patientin eine Ergänzung darstellen. Nicht, weil ich eine fachliche Ausbildung oder ein jahrelanges Studium ersetzen könnte, sondern weil Theorie und fachliche Erfahrung durch die Perspektive der Menschen ergänzt werden können.

Mehr über mich und meine Arbeit als patientennahe Referentin gibt es hier:
https://lupusdiary.de/referentin/

Barrierefreiheits-Menü