Es gibt nicht viel in meinem Leben, das ich bereue. Nur manche Entscheidungen, die ich getroffen habe, bevor meine Krankheiten richtig ausgebrochen sind. Ich bereue, Energie in Dinge gesteckt zu haben, die ich weder hätte tun müssen noch wirklich wollte. Genauso bereue ich, bei Gelegenheiten weggeschaut zu haben, statt hinzugehen.
Doch eines bereue ich nicht: dass ich schon in jungen Jahren diese Einsicht gewonnen habe. Ja, sie kam durch Krankheit, und manchmal wünsche ich mir, ich hätte diese Erkenntnis nicht so früh gebraucht. Aber gerade weil ich weiß, wie schnell schöne Zeiten vergehen können, lebe ich heute anders. Ich weiß, wie schnell die Kräfte schwinden, wie fragil das Leben ist.
Das Positive daran: Ich lebe jeden Moment als wäre er mein letzter. Ich verschwende meine Energie nicht mehr an Dinge, die mir nicht guttun, und mache mein Jetzt zu meinem wichtigsten Ziel. Neulich fragte mich jemand: „Was ist dein größter Wunsch?“ Erst in diesem Moment wurde mir klar, dass ich viele meiner Wünsche bereits lebe. Ich habe nicht den Luxus, weit in die Zukunft zu planen, und genau das ist mein besonderer Luxus: so zu leben wie es mir passt.
Oft sehe ich die Alltagsroboter an mir vorbeigehen. Getrieben vom Gedanken an die Zukunft, den Blick starr geradeaus auf ferne Ziele. Während ich durch die Welt gehe, anhalte und den Moment genieße. Mir kleine Ziele setze, die schmalen Wege bestreite. Und trotz meiner Erkrankungen führe ich dennoch ein so viel schöneres Leben als die meisten Menschen.
