Pacing

Kurzdefinition:
Methode des Energiemanagements, bei der Aktivitäten und Ruhe gezielt geplant werden, um Überlastung zu vermeiden.

Langbeschreibung:
Pacing ist eine Selbstmanagement-Strategie, die hilft, Energie besser einzuteilen und Überlastung zu verhindern.
Sie wird vor allem bei Fatigue, ME/CFS oder chronischen Autoimmunerkrankungen angewendet.
Ziel ist, Belastungen so zu gestalten, dass sich Belastung und Erholung im Gleichgewicht halten.
Hilfreich sind Energie-Tagebücher, das Erkennen persönlicher Belastungsgrenzen
und das Einplanen von Pausen, bevor Erschöpfung eintritt.
Regelmäßigkeit und Selbstbeobachtung sind entscheidend, um langfristig Stabilität und Lebensqualität zu erhalten.

Photophobie

Kurzdefinition:
Überempfindlichkeit der Augen gegenüber Licht oder Helligkeit, die Schmerzen, Tränenfluss oder Blendung verursachen kann.

Langbeschreibung:
Photophobie bezeichnet eine verstärkte Reizempfindlichkeit der Augen gegenüber natürlichem oder künstlichem Licht.
Sie kann bei Autoimmunerkrankungen, trockenen Augen, Entzündungen, Migräne oder neurologischer Reizüberempfindlichkeit auftreten.
Betroffene reagieren auf Sonnenlicht, Bildschirme oder grelle Innenbeleuchtung mit Brennen, Tränen, Schmerzen oder Sehstörungen.
Schutz bieten Sonnenbrillen mit UV- und Blendschutz, Filtergläser, regelmäßige Befeuchtung der Augen und angepasste Bildschirmhelligkeit.
Eine augenärztliche Abklärung hilft, die Ursache festzustellen und gezielt zu behandeln.

Photosensitivität

Kurzdefinition:
Überempfindliche Hautreaktion auf Sonnenlicht oder UV-Strahlung, die bei Lupus und anderen Autoimmunerkrankungen Schübe auslösen kann.

Langbeschreibung:
Photosensitivität beschreibt eine verstärkte Hautreaktion auf Sonnenlicht oder UV-Strahlung.
Sie ist typisch für Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes, kann aber auch durch Medikamente oder bestimmte Hauterkrankungen verursacht werden.
Die Reaktion zeigt sich durch Rötungen, Ausschläge oder Entzündungen und kann bei Lupus auch systemische Schübe auslösen.
Schutz bieten Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor, UV-Schutzkleidung, Hut oder Schirmmütze und das Vermeiden direkter Sonne in den Mittagsstunden.
Ein bewusster Umgang mit Licht hilft, Symptome zu reduzieren und Schübe zu verhindern.

Polymyositis

Kurzdefinition:
Entzündliche Muskelerkrankung ohne Hautbeteiligung, verwandt mit Dermatomyositis.

Langbeschreibung:
Polymyositis ist eine Autoimmunerkrankung der Muskulatur, bei der das Immunsystem Muskelzellen angreift und Entzündungen verursacht.
Typisch ist eine symmetrische Muskelschwäche, vor allem an Schultern, Hüfte und Nacken.
Im Unterschied zur Dermatomyositis fehlen Hautveränderungen.
Die Diagnose erfolgt durch erhöhte Muskelenzyme (CK, LDH), EMG, MRT und Muskelbiopsie.
Behandelt wird mit Kortikosteroiden und Immunsuppressiva, in schweren Fällen auch mit IVIG oder Biologika.

Posturales Tachykardiesyndrom (POTS)

Kurzdefinition:
Kreislaufstörung, bei der der Puls beim Aufstehen stark ansteigt, ohne dass der Blutdruck fällt.

Langbeschreibung:
POTS ist eine Form der orthostatischen Intoleranz, bei der es beim Aufstehen zu einem übermäßigen Herzfrequenzanstieg kommt.
Begleitsymptome sind Schwindel, Zittern, Schwäche, Übelkeit oder Konzentrationsprobleme.
Ursachen können Autoimmunprozesse, Nervendysfunktionen oder postvirale Zustände sein.
Die Beschwerden bessern sich oft durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Kompressionsstrümpfe, Elektrolyte und Pacing.
POTS tritt häufig in Zusammenhang mit CFS/ME und Autoimmunerkrankungen auf.

Post-Exertional Malaise (PEM)

Kurzdefinition:
Zustandsverschlechterung nach körperlicher, geistiger oder emotionaler Belastung.

Langbeschreibung:
PEM beschreibt eine krankhafte Verschlechterung des Zustands nach selbst geringer Anstrengung.
Typisch ist, dass Symptome erst mit Verzögerung (12–48 Stunden) einsetzen und Tage bis Wochen anhalten können.
Betroffene berichten über verstärkte Erschöpfung, Schmerzen, Brain Fog oder Kreislaufprobleme.
PEM gilt als Leitsymptom von CFS/ME, kann aber auch bei anderen chronischen Autoimmunerkrankungen mit Fatigue auftreten.
Wichtig ist ein angepasstes Aktivitätsmanagement (Pacing), um Rückfälle zu vermeiden.

Progredient / chronisch-progredient

Kurzdefinition:
Bezeichnung für einen Krankheitsverlauf, der sich langsam, aber stetig verschlechtert.

Langbeschreibung:
„Progredient“ bedeutet fortschreitend.
Ein chronisch-progredienter Verlauf beschreibt eine dauerhaft bestehende Erkrankung, bei der sich die Symptome nach und nach verschlimmern.
Diese Form tritt z. B. bei Myopathien oder CFS/ME auf, wenn keine vollständige Remission erreicht wird.
Ziel der Therapie ist, den Verlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität zu erhalten.

Proteinurie

Kurzdefinition:
Nachweis von Eiweiß im Urin und eventuell ein Hinweis auf mögliche Nierenschädigung oder Entzündung.

Langbeschreibung:
Proteinurie bedeutet, dass Eiweiß (meist Albumin) im Urin nachweisbar ist.
Normalerweise wird Eiweiß in der Niere zurückgehalten.
Bei Entzündungen, Nierenerkrankungen oder Autoimmunprozessen wie dem systemischen Lupus erythematodes kann diese Filterfunktion gestört sein.
Ein anhaltender Eiweißverlust über den Urin kann auf eine Nierenbeteiligung (z. B. Lupusnephritis) hinweisen.
Die Untersuchung erfolgt über Urin-Streifen oder Labortests.
Eine frühzeitige Erkennung ist wichtig, um dauerhafte Nierenschäden zu vermeiden.