Kurzdefinition:
Gruppe seltener Muskelerkrankungen, die durch eine fehlgeleitete Entzündungsreaktion verursacht werden.
Langbeschreibung:
Idiopathisch entzündliche Myopathien (IIM) sind Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem Muskelgewebe angreift.
Zu dieser Gruppe gehören Dermatomyositis, Polymyositis und Einschlusskörpermyositis.
Sie verursachen vor allem Muskelschwäche, Schmerzen und erhöhte Muskelenzyme (CK).
Die Diagnose erfolgt durch Bluttests, EMG, MRT und Muskelbiopsie.
Behandelt wird meist mit Kortikosteroiden und Immunsuppressiva, um die Entzündung zu kontrollieren.
Kurzdefinition:
Antikörper, die vom Immunsystem gebildet werden und Krankheitserreger erkennen oder neutralisieren.
Langbeschreibung:
Immunglobuline sind Eiweißmoleküle (Antikörper), die von B-Zellen produziert werden.
Sie binden an Viren, Bakterien oder fremde Strukturen und markieren sie für das Immunsystem.
Es gibt verschiedene Typen (IgA, IgG, IgM, IgE, IgD), die jeweils unterschiedliche Schutzfunktionen erfüllen.
Bei Autoimmunerkrankungen können Immunglobuline jedoch auch gegen körpereigene Strukturen gerichtet sein.
Therapeutisch werden intravenöse Immunglobuline (IVIG) eingesetzt, um das Immunsystem zu regulieren oder überschießende Entzündungen zu bremsen.
Kurzdefinition:
Das körpereigene Abwehrsystem, das Krankheitserreger erkennt, bekämpft und den Körper vor Infektionen schützt.
Langbeschreibung:
Das Immunsystem besteht aus Zellen, Eiweißen und Organen, die gemeinsam Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze erkennen und bekämpfen.
Es unterscheidet zwischen „körpereigen“ und „fremd“ und schützt so vor Infektionen.
Bei Autoimmunerkrankungen ist diese Erkennung gestört: Das Immunsystem greift körpereigene Strukturen an und löst Entzündungen aus.
Das Ziel der Behandlung ist, diese Fehlsteuerung zu beruhigen, ohne die Abwehr gegen Infektionen vollständig zu schwächen.
Kurzdefinition:
Antwort des Immunsystems auf Krankheitserreger oder Reize, um den Körper zu schützen. Diese kann bei Autoimmunerkrankungen fehlgesteuert sein.
Langbeschreibung:
Eine Immunreaktion ist die Antwort des Körpers auf Fremdstoffe oder Krankheitserreger. Dabei werden Abwehrzellen aktiviert, die Eindringlinge erkennen und unschädlich machen.
Diese Reaktion schützt normalerweise vor Krankheiten.
Bei Autoimmunerkrankungen läuft die Immunreaktion jedoch fehlgesteuert ab. Das Immunsystem reagiert auf körpereigene Zellen, als wären sie fremd.
Dadurch entstehen chronische Entzündungen, die verschiedene Organe schädigen können.
Kurzdefinition:
Medikamente, die die Aktivität des Immunsystems gezielt dämpfen, um Entzündungen und Autoimmunreaktionen zu kontrollieren.
Langbeschreibung:
Immunsuppressiva hemmen gezielt die Funktion bestimmter Abwehrzellen, um übermäßige Entzündungsreaktionen zu verhindern.
Sie werden bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt, wenn das Immunsystem zu stark aktiv ist und eigenes Gewebe angreift.
Zu den häufigsten Wirkstoffen gehören Azathioprin, Mycophenolat, Methotrexat, Cyclosporin oder Cyclophosphamid.
Die Behandlung erfordert regelmäßige Blutkontrollen, da Immunsuppressiva auch die Infektanfälligkeit erhöhen können.
Ziel ist, die Krankheitsaktivität zu senken, ohne die Abwehr vollständig zu unterdrücken.
Kurzdefinition:
Eindringen und Vermehrung von Krankheitserregern im Körper, das eine Abwehrreaktion des Immunsystems auslöst.
Langbeschreibung:
Eine Infektion entsteht, wenn Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten in den Körper gelangen und sich dort vermehren.
Das Immunsystem reagiert darauf mit einer Abwehrreaktion, um die Erreger zu bekämpfen.
Typische Anzeichen sind Fieber, Entzündung, Abgeschlagenheit und erhöhte Entzündungswerte.
Bei Autoimmunerkrankungen ist das Risiko für Infektionen häufig erhöht. Dies geschieht entweder durch die Erkrankung selbst oder durch immunsuppressive Medikamente.
Daher sind Hygiene, Impfungen und frühzeitige Behandlung besonders wichtig.
Kurzdefinition:
Botenstoffe des Immunsystems, die antivirale und immunregulierende Wirkungen haben.
Langbeschreibung:
Interferone sind körpereigene Eiweiße, die von Zellen gebildet werden, wenn sie Viren oder andere Reize erkennen.
Sie hemmen die Virusvermehrung, aktivieren Abwehrzellen und regulieren die Immunantwort.
In der Medizin werden Interferon-Präparate eingesetzt, um das Immunsystem bei bestimmten Erkrankungen zu beeinflussen. Hierfür sind Beispiele multiple Sklerose oder chronischen Virusinfektionen.
Bei Autoimmunerkrankungen kann eine übermäßige Interferon-Aktivität jedoch zur Fehlsteuerung des Immunsystems beitragen, wie etwa beim systemischen Lupus erythematodes (SLE).